An diesem Abend wird Prof. Dr. Karl-Heinz Bennemann von der Freien Universität Berlin einen spannenden Vortrag zur geschichtlichen Entwicklung des Weltalls mit dem Titel „Himmel und Erde“ halten.
Was ist eigentlich am Himmel los? Ist alles statisch und ewig?
Leben die Sterne von Anfang bis in alle Ewigkeit und hat das All einen Beginn und ein Ende? Seit Jahrtausenden interessieren sich die Menschen für diese fundamentalen Fragen.
Vor rund 400 Jahren hat Johannes Kepler aus Würtemberg mit seinen bahnbrechenden Planetengesetzen eine Revolution unseres Verständnisses des Alls in Gang gesetzt. Kepler´s Gesetze erklärten, wie sich die Planeten, insbesondere die Erde um die Sonne als Mittelpunkt bewegen. Zur gleichen Zeit fing Galilei in Italien an, mit einfachen Fernrohren die Sterne zu beobachten. Ca. 1660 entdeckte Newton die Schwerkraft als ordnende Kraft des Alls, die die Bewegung der Sterne und anderer Himmelskörper dirigiert. Später entwickelte Einstein ein neues und tieferes Verständnis von Raum und Zeit und damit des Kosmos.
Diese revolutionären Weltanschauungen haben zu einem besseren Verständnis von Ebbe und Flut, der Jahreszeiten wie Winter und Sommer sowie zur Erklärung von Sonnen- und Mondfinsternissen geführt. Zusätzlich ermöglichen in der neueren Zeit modernste Teleskope mit gewaltigen Sammellinsen tief ins All zu schauen und die Strukturen des Sonnensystems und des umgebenden Sternhaufen sowie der Galaxie Milchstraße und weiterer Galaxien besser zu verstehen.
Die Sterne und der gesamte expandierende Kosmos haben somit eine höchst interessante Lebensgeschichte. Vor etwa 14 Milliarden Jahren gab es die Geburt des Alls (Urknall) und vor ca. 4,5 Millarden Jahren wurde die Sonne und die Erde geboren. Der Kosmos scheint eine permanente Baustelle zu sein.
Und wie wird es weitergehen? Es gibt noch viele neue, ungelöste und spannenden Fragen zur Entwicklung des Universums. Die Geschichte des Weltalls bleibt auch zukünftig so interessant wie in der Vergangenheit. Die menschlichen Akteure in der Geschichte der Himmelskunde sind häufig ebenso interessante Charaktere mit ungewöhnlichen und amüsanten Geschichten. Wie haben sie so bedeutende Einsichten gewonnen? Newton, einer der Pioniere bei der Erkundung des Universums meinte dazu: „Man muss einfach den Mut haben Fragen zu stellen und nachzudenken.“
Prof. Dr. Bennemann wurde 1932 in Münster geboren, hat aber den Großteil seiner Jugend in der Stadt Drensteinfurt gelebt. Er studierte später an den Universitäten in Münster und Illinois (USA) Physik. 1967 übernahm er eine Professur an der University of Rochester (USA) und ab 1971 an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Festkörpertheorie, insbesondere Magnetismus ,Supraleitung und Kurzzeitphysik. Prof. Dr. Bennemann wurde für seine Forschungsarbeiten mit einer Vielzahl an internationalen wissenschaftliche Auszeichnungen bedacht und hat eine große Anzahl an bemerkenswerten Fachpublikationen verfasst.
Trotz dieser beeindruckenden internationalen Wissenschaftskarriere ist Prof. Dr. Bennemann aber bis heute seiner einstigen Heimatstadt eng verbunden geblieben. Er ist regelmäßig in der Wersestadt vor Ort und kümmert sich u. a. als Eigentümer der ehemaligen Strontianitvilla um den Erhalt dieses stadtgeschichtlich wichtigen denkmalgeschützten Gebäudes.
Die Vortragsveranstaltung beginnt am 12.03.2010 um 19.30 Uhr im Bürgerhaus „Alte Post“, der Eintritt ist frei.
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